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Pathologisches Spielen weniger problematisch als angenommen

Martin Hill, 12. Juni 2017, Wirtschaft

Besser Spielsucht vorbeugen, als nachsorgen. (Bildquelle)

Spielsucht oder auch pathologisches Spielen ist eine Gefahr, welche sich Spieler mit ihrem Hobby Glücksspiel aussetzen. Manche Menschen sind dafür anfälliger als andere. Neueste Erkenntnisse aus dem Glücksspielbarometer zeigen jetzt auf, dass pathologisches Spielen nicht so weit verbreitet ist, wie befürchtet. Laut aktueller Studie sind gerade einmal 0,37 Prozent der gesamten deutschen Bevölkerung von einer Spielsucht betroffen.

Rückt diese kleine Zahl das Glücksspiel in ein besseres Licht? Familien wünschen sich den Schutz ihrer Kinder, Angehörige von Spielsüchtigen einen allgemein besseren Spielerschutz. Tatsächlich ist Suchtverhalten im Glücksspiel weit weniger verbreitet, als beispielsweise beim Alkohol. Interessant ist auch die aufgeführte wirtschaftliche Zugkraft der Branche. Denn im Glücksspiel sind deutlich mehr Arbeitsplätze zu finden, wie beispielsweise in der Möbelbranche.

Begriffsdefinition: Pathologisches Spielen?

Um die Zahlen in einem Kontext einordnen zu können, ist zunächst der Begriff des pathologischen Spielens zu definieren. Im engeren Sinne handelt es sich um ein Syndrom, welches eine psychopathologische Störung auf das Verhalten ausübt. Betroffen sind sowohl die emotionale, als auch kognitive Stufe des Verhaltens. Pathologisches Verhalten wird in der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandten Gesundheitsprobleme (ICD10) als „wiederholtes, episodenhaftes Glücksspiel, das die Lebensführung des betroffenen Patienten beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt“ beschrieben. Es handelt sich somit um eine anerkannte Krankheit, welche als Verhaltenssucht beschrieben ist. Weiterhin gilt es die Abstufung des „problematischen Spielverhaltens“ zu unterscheiden. Dabei wird auf die gleichen Symptome, mit weniger schwerwiegender Ausprägung, Bezug genommen.

Ziele des Glücksspielstaatsvertrages: Im Jahr 2012 hat die Gesetzgebung in Deutschland den Glücksspielstaatsvertrag verabschiedet. Darin enthalten ist die Zielsetzung zur Regulierung des Marktgeschehens: Aufgeführt sind das Gewährleisten einer korrekten Durchführung des Spielbetriebes, die Bekämpfung und Prävention von Spielsucht, der Schutz von Spielern und Jugend, das Vorgehen gegen Begleitkriminalität, sowie das Angebot eines regulierten Glücksspiels. Alle Ziele sind gleichrangig zu behandeln.

Glücksspiel in Deutschland: Vorstellung und Realität driften auseinander

Statistiken zum Glücksspiel (Bildquelle)

Werden die Probleme im Glücksspiel-Markt in Deutschland größer geredet, als sie in Wirklichkeit sind? Im Zuge des Glücksspielbarometers wurde eine Umfrage durchgeführt. Die Vorstellung der Ergebnisse erfolgte von Professor Bert Rürup im April. Tatsächlich schätzen 72 Prozent der deutschen Bevölkerung die Beschäftigungszahlen im Glücksspiel zu niedrig ein. Um diese Daten zu erheben, wurde ein Vergleich zur Möbel- und Pharmaindustrie gezogen. Tatsächlich sind im Glücksspiel in Deutschland 198.000 Menschen tätig. Diese Anzahl geht aus einer Erfassung des Handelsblatt Research Instituts hervor. Zum Abgleich sind in der Möbelbranche und Pharma-Branche jeweils nur ungefähr die Hälfte an Beschäftigten vorzufinden. „Deutlich weniger bis halb so viele“ haben bei der Befragung 15% angegeben. 33% meinten „etwa halb so viele“. Und nochmals 24% schätzen auf „etwa gleich viel“. Nur 20% lagen richtig. Die Glücksspielbranche bietet „etwa doppelt so viele“ Arbeitsplätze, wie die Möbel- oder Pharmabranche.

Eine weitere Fehleinschätzung liegt in Bezug auf die Spielsucht oder eben beim pathologischen Spielen vor. Erneut wurde den Befragten eine Schätzung abverlangt. Die Fragestellung bezog sich auf die Personen, welche ihr Verhalten an den einarmigen Banditen nicht mehr kontrollieren können. Durchschnittlich ist ein Wert von 36% angegeben worden. Die Realität liegt ungefähr um den Faktor 100 niedriger. Denn gerade einmal 0,37 Prozent der Bevölkerung leiden an Spielsucht. Dieses Ungleichgewicht in der persönlichen Einschätzung und der doch relativ weit abweichenden Wirklichkeit findet seine Erklärung auch in der Berichterstattung. Medien rücken Schicksale einzelner Menschen in den Vordergrund. Dem Konsumenten ergibt sich daraus ein negatives Bild. Das Problem wird im Kopf viel größer, als es in Wirklichkeit ist.

Arbeitslosigkeit: In Bezug auf die Spielhallen in Deutschland greifen ab Juli 2017 diverse neue Regelungen. Wenngleich diese nicht deutschlandweit zeitgleich umgesetzt werden können, so wird doch mit einem Wegfall von bis zu 36.000 Arbeitsplätzen gerechnet. Maßgeblich für diesen wirtschaftlichen Einschnitt sind das Verbot von Mehrfachkonzessionen, sowie der Mindestabstand von Spielhallen untereinander und zu Einrichtungen der Jugend.

Über die Studie „Glücksspielbarometer“ und Fazit

Angefertigt wurde das „Glücksspielbarometer 2017“ von der Smartcon GmbH in Mainz. Der Auftrag ist von der LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH ergangen. Angefertigt wurde die Studie ab Mai 2017. Dazu fand eine Online-Befragung in Interviewform statt. 1.000 Personen haben ihre Meinung abgegeben. Somit handelt es sich um eine repräsentative Untersuchung in Bezug auf die gesamte Bevölkerung in Deutschland. Der tatsächliche Wert zur Spielsucht findet sich im Forschungsbericht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit dem Titel „Glücksspielverhalten und Glücksspielsucht in Deutschland“. Maßgebliche Autoren sind Peter Lang und Wolfang Haß. Diese Erhebung wurde 2016 angefertigt. Einblicke in die 102-seitige Studie des Handelsblatt Research Institute lassen tiefere Erkenntnisse zu. Die Autoren Kleinbrink und Köster haben auch Wetten, Lotterien, sowie den Schwarzmarkt und die gesamtwirtschaftliche Bedeutung unter die Lupe genommen.

Fazit: Glücksspielsucht wird, auch von den Medien unbewusst gesteuert, von den Menschen in Deutschland überschätzt. Angenommen wird, dass 36 Prozent ihr Spielverhalten nicht unter Kontrolle haben, es sind aber nur 0,37 Prozent. Gleichwohl ist die wirtschaftliche Zugkraft des Zweiges Glücksspiel den wenigsten vertraut. Mit 198.000 Beschäftigten wird sowohl die Möbel- als auch die Pharmaindustrie überflügelt.

Pathologisches Spielen weniger problematisch als angenommen 300 250 2017-06-19 10:13:20 Online-Casino.de

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