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Poker-Star Phil Ivey verliert 10 Millionen Gewinn ans Borgata

Sabina Kugler, 15. Februar 2019, Recht & Gesetze

Poker im Casino: Glück oder Geschick? (Bildquelle)

Phil Ivey hat sich als Poker-Spieler einen Namen gemacht. Mit seiner Partnerin Cheung Yin Sun gewann er im Jahr 2012 gleich vier Baccarat-Sitzungen im Borgata Casino in Atlantic City. Ein Zahltag mit der Summe von 9,6 Millionen US-Dollar stand bevor. Doch Sun setzte für Ivey eine Technik namens Edge Sorting ein. Rückwirkend erfuhr das Casino davon und forderte im Jahr 2014 eine Rückzahlung vom Poker-Profi. Der Streit ging durch mehrere Instanzen. Letztlich wurde entschieden, dass Ivey einen Betrag in Höhe von 10,13 Millionen US-Dollar zurückzahlen soll.

Doch gibt es beim Vollzug der Entscheidung eine Hürde zu überwinden. Gespielt hat Ivey im Borgata Casino zu New Jersey. Dort besitzt der Spieler jedoch nur ein Konto. Und dieses weist keinen Bargeld-Bestand auf. Um die fällige Summe einzutreiben, müssen also auch andere Vermögenswerte des Pokerspielers angegangen werden.

Gericht beschließt 10 Millionen Dollar Kompensationszahlung ans Borgata

Vom glücklichen Gewinner, der knapp 10 Millionen US-Dollar gewann, zum Schuldner, der über 10 Millionen zurückzahlen muss. Diesen Leidensweg hat Phil Ivey beschritten. Bleibt die Frage, ob der Spieler wusste worauf er sich einlässt. Edge Sorting selber gilt nicht als Betrug. Wenn Casinos dieses Vorgehen entdecken verweisen sie jedoch auf die Hausregeln und verbieten das weitere Spielen. Das ein Gericht einschreiten muss, kommt hingegen selten vor. Die Entscheidung sieht jetzt vor, nachdem das Vermögen von Ivey in Ney Jersey praktisch nicht existent ist, seine Vermögenswerte in Nevada anzugreifen. Um die Rückzahlung wird der Poker-Profi wohl nicht umhinkommen. Allerdings ist anzunehmen, dass er sich diesen Verlust wird leisten können.

Denn Anwälte haben sein Gesamtvermögen auf ungefähr 100 Millionen US-Dollar geschätzt. Doch ist ein Großteil dieses Geldes eventuell angelegt. Eine Pfändung ist daher nicht auszuschließen. Das Wells-Fargo-Konto in New Jersey war leergeräumt. Weise Voraussicht oder ein Zufall? In jedem Fall hat es Ivey nix gebracht. Denn jetzt geht es seinen Vermögenswerten an den Kragen. Und neben seinem Bankkonto in Nevada stehen auch eventuelle Immobilien auf dem Prüfstand. So soll der Poker-Star zumindest ein Strandhaus in Mexiko besitzen. Dies geht aus einem Posting bei Instagram hervor. Welche Werte gepfändet werden oder ob Phil Ivey hinsichtlich dieser Drohung das notwendige Geld anderweit beschafft, bleib abzuwarten.

Zweiter Fall: Auch im Crockfords Casino in Großbritannien hat Ivey dank Edge Sorting einen Gewinn in Höhe von 12,4 Millionen US-Dollar errungen. Allerdings hat das Casino die Zahlung, da die Technik bemerkt wurde, zurückgehalten. Es kam nie zur Auszahlung. Da Ivey dagegen klagte, kam heraus, dass er auch beim Borgata das „Kartensortieren“ anwandte.

Edge Sorting: Ist Phil Ivey ein Betrüger?

Mit Edge Sorting Karten erkennen (Bildquelle)

Edge Sorting funktioniert nicht in jedem Casino. Denn dafür müssen die Spielkarten schon vom Druck her Unregelmäßigkeiten vorweisen. Dabei achten versierte Spieler auf die Rückseite dieser Karten. Häufig sind diese mit einem Muster versehen. Angenommen es sind Rauten aufgedruckt, so könnten die Linien am Rand der Karte immer etwas unterschiedlich abschließen. Mit diesem Wissen sind bestimmte Spielkarten zu identifizieren oder andere auszuschließen. Beim Baccarat müssen nicht einmal die exakten Karten eingeprägt werden. Es reicht, wenn der Poker-Spieler sich den Wert der jeweiligen Unregelmäßigkeit merkt. Dabei achtet der Spieler auf die Kanten (Edge) und prägt sich vollständige oder unvollständige Symbole (z. B. Rauten) ein. Diese werden mit dem jeweiligen Blatt in Verbindung gebracht.

Da Spielkarten, egal wie herum sie gedreht werden, immer gleich aussehen – zumindest auf der Vorderseite – drehen Poker-Spieler, die auf Edge Sorting setzen, die Karten entsprechend. So lassen sich wichtige Blätter mit vollen Symbolen auf der linken Seite und unwichtige Spielkarten mit dem abgeschnittenen Muster Links einsortieren. Der Dealer übernimmt diese Systematik in den Stapel und der Spieler kann anschließend wichtige von unwichtigen Karten unterscheiden. Eben diese Technik hat Phil Ivey eingesetzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Ist das Haus hier selbst schuld, weil entsprechende Spielkarten im Einsatz waren? Die Casinos sehen dieses Vorgehen als Betrug an. Das Gericht gab dieser Auffassung zuletzt Recht. Doch eigentlich tut der Spieler nix anderes, als sich die Rückseiten der Karten anzusehen.

Edge Sorting verhindern: Wenn die Casinos Spielkarten ohne Muster verwenden oder die Karten mit Rändern versehen, ist diese Technik nicht anzuwenden. Gleiches gilt, wenn das Kartendeck nach jeder Runde ausgetauscht wird.

New York und Kentucky reichen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Poker ein

Die Glücksspielgesetzgebung in Amerika befindet sich im Wandel. Stand das Online-Poker 2017 in den USA noch vor dem Aus, da scheint jetzt eine Öffnung des Marktes möglich. Zumindest New York und Kentucky haben Gesetzesentwürfe eingereicht. Diese umfassen eine Regulierung des Online-Pokers und der Sportwetten. Sollten die Gesetze durch das Repräsentantenhaus gehen, dann steht die Legalisierung an. Das Verbot von Wetten wurde ohnehin aufgehoben. Allerdings fehlt es noch an den Gesetzen der Länder. Außerdem ist die Auslegung des Wire Acts eventuell ein Stolperstein, den es zunächst aus dem Weg zu räumen gilt. Daher ist es derzeit noch offen, ob das Wetten überhaupt legal wird. Und falls dieser Prozess eingeleitet wird, so vergehen sicherlich noch Wochen bis Monate.

Poker-Star Phil Ivey verliert 10 Millionen Gewinn ans Borgata 1200 1000 2019-02-15 10:25:48 Online-Casino.de

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