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Sportsbet storniert Wette: 5,57 Mio. in Australien fällig!

Christian Webber, 4. November 2019, Sport & Spiel

Football Wette wird nachträglich zum Erfolg / Shutterstock.com

Sportsbet ist ein Wettanbieter, eine Tochter von Flutter Entertainment. Zunächst einmal möchten wir darlegen, dass nicht der in Deutschland bekannte Buchmacher Sportingbet gemeint ist. Die Rede ist von einem Anbieter, der in Australien als Marktführer auftritt. Die Tochter des irischen Flutter, bekannt durch den Zusammenschluss von Betfair und Paddy Power, sieht sich inzwischen zum zweiten Mal in kürzerer Zeit eines Vorwurfes ausgesetzt. Jeweils soll eine Wette kurzfristig aus dem Programm gestrichen worden sein. Nachdem die Kunden sich beschwerten, bekamen sie jetzt Recht zugesprochen.

Interessant ist an dieser Geschichte auch der Werdegang. Denn neben dem Sportwettanbieter und den Kunden, war noch die Glücksspielbehörde in Australien ein wichtiger Baustein. Schlussendlich kam die Entscheidung zustande, dass die Kunden ihre Gewinnauszahlung zu erhalten haben. Dieser Beschluss kostet Sportsbet die Summe in Höhe von 5,57 Millionen Euro. Das sind immerhin rund 9 Millionen Australische Dollar.

Haben Wettanbieter das Recht eine Wette zu stornieren?

Kurz gesagt: Ja. Jeder professionelle Anbieter hat in seinen allgemeinen Geschäftsbedingungen einen Passus integriert, welcher das Stornieren von Sportwetten regelt. Doch darf diese Erklärung von Seiten des Unternehmens natürlich kein Freibrief sein, um immer wieder hohe Auszahlungen zu unterbinden. Allerdings fungiert diese Regel als Schutzmechanismus. Denn ein technischer oder menschlicher Fehler könnte dazu führen, dass eine sehr attraktive Quote ins Programm findet. Oder die Wettquoten sind so austangiert, dass der Spieler in jedem Fall einen Gewinn verbucht. Solche offensichtlichen Fehler können vom Anbieter auch nachträglich noch korrigiert werden – zum Beispiel indem die Quote aus dem Programm gestrichen wird. Und in diesem Sinne ist Sportsbet vor wenigen Monaten schon einmal einer Zahlung entronnen.

Damals fühlten sich diverse Kunden um ihres Gewinns gebracht. Doch die Glücksspielaufsicht NRTC sprach dem Buchmacher Recht zu. Die Quote blieb storniert und die Kundschaft bekam für diese Partie lediglich ihren Einsatz erstattet, aber eben nicht die Gewinnauszahlung. Doch sah die Aufsicht schon zu diesem Zeitpunkt einen Mangel. Denn nach ihrer Aufsicht war das Streichen der Wette zwar zulässig, die Aufklärung gegenüber den Kunden jedoch mangelhaft. Bis dahin konnte die Geschichte als Einzelfall verbucht werden. Doch nur wenige Monate später kam ein weiterer und ziemlich gleich gelagerter Fall zustande. Erneut fand eine Stornierung statt. Wieder sollten die Kunden keinen Gewinn zugesprochen werden. Doch dieses Mal entschied die NRTC zugunsten der zahlenden Kundschaft.

Marktführer in Australien: In Sachen Sportwetten ist Sportsbet in Down Under die Nummer eins.

Sportsbet streicht Football-Wette nachträglich aus Programm

Anbieter storniert Wette zu unrecht (Bildquelle)

Konkret geht es im aktuellen Fall um eine Wette der australischen Football League (AFL). Football ist in Down Under wesentlich populärer als Fußball. Dort wurde eine Sportwette darauf angeboten, ob ein Spieler in Runde zehn 40 oder mehr erfolgreiche Pässe schafft. Zuvor schafften dieses Kunststück überhaupt nur vier Spieler. Zu dieser Erkenntnis waren viele Tipper nach einer kurzen Analyse ebenfalls gekommen und platzierten ihre Wette dagegen. Schnell registrierte der Buchmacher, dass sich wohl verkalkuliert wurde. Denn es setzten so viele Spieler ihren Einsatz gegen die 40 Pässe, dass der Wett-Tipps schleunigst wieder aus dem Programm entfernt wurde. Tatsächlich war die Wette storniert, noch bevor die zehnte Runde startete.

Doch zu diesem Zeitpunkt hatten schon einige tausend Spieler ihren Wettschein abgegeben. Und letztlich überwand der Spieler die 40-Pässe-Grenze nicht. Die Tipper hätten Recht gehabt. Daher forderten die Kunden ihre Wettgewinne vom Sportsbet ein. Doch der Wettanbieter berief sich auf eine fehlerhafte Quotierung und wollte sich auf diesem Wege um die Auszahlung drücken. Experten schätzen, dass sich daraufhin ungefähr 2.000 Spieler bei der Glücksspielbehörde NRTC beschwerten. Und die Aufsicht in Australien hatte ein Einsehen. Es wurde entschieden, dass Sportsbet die Auszahlungen ohne Recht zurückhält. Daraus resultiert, dass die volle Gewinnsumme an die Spieler auszuzahlen ist. Die Glücksspielaufsicht berief sich bei der Erklärung zur Entscheidung darauf, dass die Gründe des Buchmachers eine Stornierung der Wette in diesem Fall nicht rechtfertige.

Sportsbet mit Einsicht: Immerhin erklärte sich der Wettanbieter bereit, die Kunden so schnell als möglich zu informieren und die Gewinne dann auch zu überstellen.

Aus Paddy Power und Betfair wird Flutter: Sportwetten made in Irland

Es ist kaum einen Monat her, da kam die Fusion zwischen Paddy Power Betfair und PokerStars zustande. Die beiden erstgenannten Unternehmen schlossen sich schon im Jahr 2015 zusammen. Paddy Power behielt damals mit 52 Prozent die Mehrheit. 2018 wurde auf FanDuell, eine Fantasy Sports Plattform, geboten. Dann folgte im Mai 2019 die Umbenennung zu Flutter Entertainment. Und im Oktober 2019 wurde schlussendlich der Deal mit The Stars Group eingefädelt. Eines lässt sich festhalten: Flutter ist ein Unternehmen, dass sich entwickelt.

Die Geschichte in Australien ist im gewissen Sinne ein Musterbeispiel. Natürlich gab es Komplikationen. Der Wettanbieter sah eine fehlerhafte Quotierung. Die Spieler sahen sich um ihren Gewinn geprellt. Dann kommt die Glücksspielaufsicht gewissermaßen als Schlichtungsstelle hinzu. Schlussendlich reichte die Begründung für die Stornierung der Wette nicht aus. Dadurch bekamen die Spieler ihren Gewinn zugesprochen. Letztlich hat Sportsbet die Zahlung der ausstehenden Gewinne zugesichert.

Sportsbet storniert Wette: 5,57 Mio. in Australien fällig! 1200 1000 2019-11-04 10:46:54 Online-Casino.de

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