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Sportwetten Manipulation: Betrug bleibt 2018 konstant

Ralf Schneider, 18. Februar 2019, Sport & Spiel

Sportwetten im Internet (Bildquelle)

Sportwetten sind über das letzte Jahrzehnt salonfähig geworden. Wenngleich die Gesetzeslage schwammig ist, so platzieren doch Millionen Kunden zur Bundesliga oder der Champions League ihre Tipps. Und dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf den Fußball. Doch haben die Wetten mit der Spielmanipulation eine Schattenseite. Kürzlich hat die European Sports Security Association (ESSA) eine Studie herausgebracht, wo von 267 Warnmeldungen im Kalenderjahr 2018 die Rede ist. Doch wo gab es die häufigsten Meldungen?

Zunächst einmal stützen sich die nachfolgend erwähnten Statistiken auf den ESSA 2018 Annual Integrity Report. Unter vorangestelltem Link ist das Dokument in englischer Sprache einzusehen. Wie Khalid Ali als Secretary General mitteilt, „haben Informationen, die die ESSA und ihre Mitglieder zur Tennis Integrität bereitgestellt haben, bei rund 50 Prozent der Fälle zur Strafverfolgung und Sanktionierung beigetragen“. Zwei Mal wurde ein lebenslanges Verbot für den Sport ausgesprochen.

Tennis und Fußball mit 86 Prozent führend bei Sportwetten Manipulation

Zunächst einmal sind die Alarmsignale relativ konstant geblieben. Im Jahr 2017 gab es 266 Fälle. Ein Jahr später ist die Anzahl auf 267 angestiegen. Auffällig ist jedoch, dass insbesondere Tennis (wir berichteten von Fixes Matches) und Fußball hierbei im Fokus stehen. Es sind auch die Sportarten, wo am ehesten bei Sportwetten ein Einsatz platziert wird. Allerdings gibt es auch bei diesen beiden Wettkämpfen noch signifikante Unterschiede. Denn wo im Jahr 2018 beim Tennis 178 Meldungen eingegangen sind, waren beim Fußball noch 52 Verstöße gemeldet. Und diese beiden Sportarten haben im Vergleich zum Vorjahr auch angezogen. Es wurden also mehr Fälle gemeldet. Im Gegenzug sind die Meldungen bei anderen Ereignissen zurückgegangen. Auffällig ist ebenfalls, dass die Verdachtsmomente mit fortlaufendem Kalenderjahr zugenommen haben. Nehmen wir Tennis als Beispiel. Im ersten Quartal gab es 27 Alarmsignale. Die Warnmeldungen nehmen über das zweite Quartal (44 Stück), zum Dritten (50 Alarme), bis hin zum letzten Quartal (57 Meldungen) weiter zu.

Jetzt bezieht sich diese Statistik nicht explizit auf Deutschland, sondern auf die ganze Welt. Nord- und Südamerika kommen in Addition auf 38 gemeldete Fälle hinsichtlich einer Sportwetten Manipulation. Innerhalb von Afrika waren es 26 Meldungen. Asien folgt mit 48 Verdachtsmomenten. Einsam an der ungewollten Spitze thront jedoch Europa mit 148 Warnmeldungen. Allerdings schneidet Deutschland im europäischen Vergleich noch relativ gut ab. Hier gab es vier Fälle. Italien steht mit 17 Vorkommnissen an der Spitze, gefolgt von Spanien (10), Tschechen (8) und Frankreich (7). Allerdings ist offenkundig, dass nicht sämtliche manipulierten Spiele in die Statistik finden. Einerseits gibt es eine vermeintlich große Dunkelziffer. Außerdem bezieht die ESSA seine Daten von den eingetragenen Partnern.

Partner von ESSA: Bekannte Buchmacher, wie bet365, Betvictor, 888sport, Bet-at-Home, Betway, bwin, Interwetten, Sky Bet, Sportingbet, Unibet und William Hill sind in der umfangreichen Liste der Partnerunternehmen zu finden.

E-Sport erstmals in der Liste der Verdachtsmomente aufgenommen

Manipulationen bei E-Sport ein Thema (Bildquelle)

Zunächst wollen wir noch einen kurzen Exkurs machen, wann überhaupt ein Alarmsignal gesetzt wird. Hier sind die Mitglieder laut eines Verhaltenskodex in der Pflicht Meldung zu machen. Und zwar findet diesbezüglich eine Überwachung der Kunden statt. Diesbezüglich werden Belege hinsichtlich der getätigten Einsätze gespeichert. Auffälligkeiten sind hier zu melden. Diese können sich beispielsweise äußern, wenn bei einem Fußballspiel in niedriger Klasse ungewöhnlich hohe Summen platziert werden. Auffällige Summen werden über ein Frühwarnsystem gemeldet. Die ESSA erhält anschließend die Daten der Transaktionen. So kann die Prüfung beginnen. Bestätigt sich der Verdacht, sind entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Auffällig ist ebenfalls, dass zum ersten Mal der elektronische Sport in der Auflistung vertreten ist.

Der E-Sport ist jedoch nicht nach Land oder Kontinent zu sortieren. In diesem Sinne handelt es sich aktuell noch um eine sehr internationale Veranstaltung. Denn entsprechende Wettbewerbe sind meist auf einen Ort fixiert. Dort treten schließlich Teams gegeneinander an, die aus unterschiedlichen Nationalitäten gebildet werden können. Allerdings kommt auch die VBL (virtuelle Bundesliga) immer mehr in Mode. Diese ließe sich später beispielsweise auf Deutschland festschreiben. Schon bei seinem ersten Auftritt in jährlichen Report der ESSA, findet sich der E-Sport auf dem vierten Platz wieder. Dieser Rang wird sich mit dem Basketball geteilt. Sieben Alarmsignale wurden von den Buchmachern gemeldet. Neben Tennis und Fußball, befindet sich noch Tischtennis darüber.

Das Geschäft mit dem Wettbetrug: Täter kaufen Spieler oder Offizielle und setzen anschließend hohe Beträge auf den vermeintlich sicheren Sieger. Betrogen werden hierbei nicht nur die Wettanbieter, sondern ebenso die Kunden, welche auf ein faires Spiel hoffen.

Sportwetten Manipulation in Deutschland: Aktueller Fall in der Regionalliga

Seit drei Monaten steht das Spiel des SV Babelsberg gegen Germania Halberstadt unter dem Verdacht der Sportwetten Manipulation. Die Babelsberger gewannen mit 3:1. Erste Verdachtsmomente kamen gegen den Sportlichen Leiter der Halberstädter auf. Dass es sich dabei um Andreas Petersen, Vater von Nils (Stürmer des SC Freiburg) handelt, macht den Fall noch brisanter. Petersen hatte Kontakt zu zwei ehemaligen Spielern gesucht, die von Halberstadt nach Babelsberg gewechselt waren. Heute tut der Sportliche Leiter die Andeutung einer Spielverschiebung als Jux ab. Dennoch hat die Staatsanwaltschaft Magdeburg inzwischen ein Ermittlungsverfahren eröffnet, wie auch beim MDR nachzulesen ist.

Sportwetten Manipulation: Betrug bleibt 2018 konstant 1200 1000 2019-02-18 11:08:27 Online-Casino.de

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