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Tennis Weltverband stoppt Partnerschaft mit Wettanbieter

Christian Webber, 27. Januar 2017, Wirtschaft

Tennis Sponsoring im Blickpunkt (Bildquelle)

Sponsoren bringen Geld. Gerade der Sport ist ein Publikumsmagnet, welcher viele Zuschauer anzieht. Daher ist dieses Werbefeld für Unternehmen aller Art von Interesse. Mehr noch als andere Firmen drängen Wettanbieter in diesen Markt. Daher ist es kaum verwunderlich, dass der Buchmacher Betway sich im Tennis engagiert. Die Internationale Tennis Federation hat jetzt eben diese Zusammenarbeit aufgekündigt.

Die Beendigung der Zusammenarbeit basiert auf Beleidigungen, die in sozialen Netzwerken ausgesprochen wurden. Diese kamen nicht etwa vom Wettanbieter, sondern von deren Kunden. Wurde eine Wette verloren, so musste dieser Frust des Öfteren an den Tennisprofis ausgelassen werden.

Über den Internationalen Tennisverband

Die International Tennis Federation (ITF) oder zu Deutsch der internationale Tennisverband wurde bereits im Jahr 1913 in Paris gegründet. Deutschland gehörte zu den 15 Gründernationen. Offizielle Regeln wurden verankert. Zudem wurden die ersten vier großen Tennis-Turniere ins Leben gerufen. Diese werden noch heute in als Australien Open, French Open, Wimbledon und US Open ausgetragen. Es handelt sich folglich um die Grand Slam Turniere.

Auch die Austragungen im Davis Cup (Herren) und Federation Cup (Damen) werden unter diesem Dachverband vereint. Selbst die ATP und WTA Tennis Touren gehen auf die ITF zurück. Es handelt sich um Serien von Turnieren, welche von gleichnamigen Gewerkschaften ins Leben gerufen wurden. Seit 1972 wird der Terminkalender für die Profispieler auf diesem Wege geregelt.

Über den Online-Buchmacher Betway

Betway verfügt über die Lizenzen aus Großbritannien und Malta. Damit dürfen innerhalb der EU Wetten legal angeboten werden. Wobei Fußballwetten im Fokus stehen, gibt es ein breit gefächertes Angebot anderer Sportarten, darunter natürlich auch Tennis. Es handelt sich streng genommen um eine 2006 gegründete britische Firma, was die Partnerschaft mit dem Tennisverband, welcher in London ansässig ist, nahelegte.

Allerdings wirbt Betway auch bei anderen Sportveranstaltungen. Gerade in Großbritannien ist das schwarz-weiße Logo häufig beim Pferderennen, Football, Darts, Boxen, Snooker und Tennis zu sehen. In Deutschland werden Spots im Fernsehen gezeigt. Gleichwohl ist der Wettanbieter beim Sponsoring folgender Fußballvereine aktiv: West Ham United (Hauptsponsor), FC St. Pauli, 1. FC Union Berlin, Karlsruher SC, Eintracht Braunschweig und Dynamo Dresden (jeweils offizieller Wettpartner).

Weltverband überdenkt Sponsoring-Angebote

Jugend- und Spielerschutz im Tennis (Bildquelle)

Beim Sponsoring standen zwei Aspekte bislang immer im Fokus: Die Höhe der Einnahmen und die Zugehörigkeit des Partners zur Branche. Beides deckte Betway ab. Dennoch wurde von Seiten des ITF der Sponsoringvertrag beendet, berichtet auch cnn.com. Dieser wurde erst im Jahr 2015 über drei Jahre geschlossen. Beim Federations und Davis Cup werden folglich die Einblendungen gestoppt.

Die Begründung für die Beendigung der Partnerschaft ist im sozialen Umgang im World Wide Web zu suchen. Viele Tennisprofis sind auf den sozialen Netzwerken aktiv. Dort wird Kontaktpflege mit den Fans betrieben. Allerdings haben sich in der jüngeren Vergangenheit die Beschwerden und Beleidigungen auf diesen Portalen gehäuft. Die Spieler wurden von Tippern beleidigt, die ihre Wette verloren hatten. Da es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern in Regelmäßigkeit vorgekommen ist, hat sich der Tennisverband genötigt gesehen, die Zusammenarbeit zu überdenken.

Der Verband möchte damit auch dem Verdacht von Spielmanipulationen vorbeugen. Schon 2016 wurde William Hill das Werben am Spielfeld der Australien Open untersagt.

Betway: kein Zusammenhang zwischen Beleidigungen und Partnerschaft

Der Sportwettenanbieter Betway bestreitet die Verbindung zwischen beiden Themen. Werbung sei das Eine, Beleidigungen im Internet das andere. CNN zitiert den ehemaligen Sponsoring-Partner folgendermaßen:

Ein Zusammenhang zwischen dem Sponsoring eines Wettanbieters und Beleidigungen im Web, die in allen Lebenslagen leider immer wieder auftreten, wird nicht gesehen.

Eine Auffassung, die sicherlich vertreten werden kann. Werfen wir einen Blick auf den Fußball. Unternehmen in Großbritannien, aber auch in Deutschland werben aktiv für Fußballvereine. Die Marken sind während der Werbeunterbrechung (z.B. Tipico und auch Betway), auf den Trikots (z.B. Bet-at-Home) und an weiteren Werbeelementen zu sehen.

Dennoch scheint hier das gleiche Phänomen nicht aufzutreten. Ist eine Gruppe von Spielern weniger anfällig für Beleidigung als ein Einzelspieler? Oder liegt es daran, dass zwei Teams und ein Schiedsrichtergespann Auswirkungen auf die Leistung haben? Eigentlich paradox, sind doch gerade im Fußball Meldungen über Spielverschiebungen viel publiker, als im Tennis. Wobei auch der Sport mit der Filzkugel unter Manipulationsverdacht steht.

Beispiel über Beleidigungen eines Tennis-Profis: Nicole Gibbs

Bereits mit 17 Jahren wurde die Tennisspielerin Nicole Gibbs über Nachrichten im sozialen Netz beleidigt. Als dieser Missbrauch begann war sie noch im Junioren Tennis gelistet. Sie spricht von einigen aggressiven Nachrichten auf ihrer Facebook Seite. Sporadisch hat sich dieses Vorgehen während des College Tennis wiederholt. Sie war zu dieser Zeit für die Stanford Universität in Kalifornien aktiv.

Die Beleidigungen sollen nochmal massiv zugenommen haben, als Gibbs 2013 zur Profi-Spielerin wurde. Nachfolgend ein Ausschnitt eines Tweets, welcher die mentale Stufe der Angriffe sehr gut wiedergibt:

„You are so fucking bad. I hope you die slowly, but fucking painfully.”

Eine 2014 durchgeführte Studie hat herausgefunden, dass Frauen von diesen Angriffen im Internet mehr betroffen sind als Männer. Prominente Spielerinnen sollen in der Vergangenheit häufiger Ziel verbaler Entgleisungen gewesen sein. Teilweise werden sogar Familienmitglieder mit Morddrohungen belästigt.

Für Gibbs ist das Schließen ihres Facebook-Accounts allerdings keine Lösung, postet sie doch gerne über Gelegenheiten im Sport, aber auch über Politik.

Tennis Weltverband stoppt Partnerschaft mit Wettanbieter 300 250 2017-01-27 08:17:06 Online-Casino.de

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