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Tipp24 schluckt Lotto24: Aus für die Zweitlotterie

Sabina Kugler, 21. November 2018, Wirtschaft

Lotto-Glück oder Lotto-Pech? (Bildquelle)

Wer Online seinen Tippschein abgibt, der ist sicherlich bereits über die Adressen Lotto24 und Tipp24 gestolpert. Doch bei den beiden Unternehmen gibt es einen entscheidenden Unterschied. Während es sich einmal um eine in Deutschland zugelassene Stelle für die Abgabe von Lottoscheinen handelt, ist das andere eine sogenannte Zweitlotterie. Gerade deshalb jedoch macht ein Zusammenschluss aus Sicht von Tipp24 Sinn. Denn in gewisser Hinsicht ebnet dieser Schritt die langfristige Zukunft. Denn es handelt sich um die sichere Lösung in Richtung Seriosität.

Andererseits kann eine Übernahme auch als Aufgabe von Tipp24 verstanden werden. Konkret sind hiermit die Pläne gemeint, selber als Lotterieanbieter zugelassen zu werden. Im Hintergrund steht hierbei übrigens das Unternehmen ZEAL aus London. Welche Entwicklung zu diesem Schritt geführt haben könnte und warum es die sichere Lösung ist, damit wollen wir uns nachfolgend beschäftigen. Allerdings ist damit das Thema Zweitlotterie in Deutschland nicht vom Tisch. Denn da gibt es noch weitere Anbieter.

Tipp24 gibt Dasein als Zweitlotterie auf

Was ist eine Zweitlotterie? Auf den ersten Blick unterscheiden sich diese Lottoveranstalter kaum von der Branche. Auch hier können Spieler sechs Kreuze im Hauptfeld setzen und angeben, für wie lange ein Schein gültig sein soll. Doch eine offizielle Zulassung besteht hier nicht. Andererseits wird auch kein eigenes Lottospiel veranstaltet. Vielmehr beziehen sich die Zweitlotto-Anbieter auf die offizielle Ziehung. In der Regel wird also eine Wette auf die gezogenen Zahlen abgegeben. Bei der Gewinnausschüttung wird entweder um einen gesonderten Jackpot gespielt oder die Differenz ist clever über Versicherungen abgedeckt. So haben sich diverse Anbieter, auf Basis des deutschen Lotto 6 aus 49 und anderer internationaler Lotterien, ein Unternehmen aufgebaut. Ein anderer Name ist Sekundärlotterie. Wobei die Firmen sich selber so bezeichnen. Offizielle Stellen sprechen, da dieses Vorgehen nicht von deutschen Gesetzen gedeckt ist, lieber von Schwarzen Lotterien.

Wir halten fest: Eine Teilnahme an der staatlichen Lotterie ist bei Zweitlotterien nicht gewährleistet. Die Margen für die Unternehmen sind, wegen fehlender Abgaben, jedoch höher. Denn immerhin führen die angeschlossenen Unternehmen des Deutschen Lotto- und Totoblocks (DLTB) einen Anteil der Einsätze an den Staat ab. Außerdem werden Projekte aus den Rubriken Kultur, Ökologie und Soziales gefördert. Trotz der höheren Margen gibt Tipp24 sein Dasein als Zweitlotterie zugunsten der höheren Sicherheit auf. Denn in Deutschland sind Zweitlotterien nicht legal, sie werden jedoch geduldet. Derzeit findet jedoch die Ausarbeitung eines neuen Glücksspielstaatsvertrages statt. Es ist durchaus anzunehmen, dass es eine konkrete Regelung bezüglich dieser Anbieter geben wird. Der Schutz des staatlichen Lotto-Monopols ist eine denkbare Ausgestaltung.

In Deutschland zugelassene Lotterien: Zugelassen sind in Deutschland nur die Landeslotteriegesellschaften. Dies geht ebenfalls aus der Whitelist der Glücksspielbehörden der Länder Diese listet die Anbieter mit einer Erlaubnis aus Deutschland auf.

Zusammenschluss mit Lotto24 als sichere Lösung

Bleibt das Lotto-Monopol bestehen? (Bildquelle)

Die Planung sieht vor, dass Tipp24 mit dem Aufkauf auf der Marktposition von Lotto24 aufsetzen möchte. Die Zielsetzung scheint dabei klar. Der Zusammenschluss verbessert die Stellung im Online-Geschäft. Laut eigener Aussage soll dadurch eine Zielgruppe von über 5 Millionen Kunden auf der Welt geschaffen werden. Das Modell, welches die Betreiber gerne als Zweitlotterie verkaufen, soll hingegen eingestampft werden. Damit verlässt Tipp24 die rechtliche Grauzone in Deutschland. Zeal selber spricht davon, dass auf diesem Wege „regulatorische Risiken“ minimiert werden. Tatsächlich gehen die beiden Unternehmen wieder gemeinsame Wege. Denn der englische Vertreter entstand überhaupt erst durch die Abspaltung der deutschen Lotterie-Sparte bei Lotto24. Zeal möchte diesbezüglich den Sitz des Unternehmens von Großbritannien nach Deutschland verlegen.

Lotto24 agiert seriös. Sie sehen sich selber als erste Adresse hinsichtlich der deutschen Online-Lotterien. Den Erfolg der Sekundärlotterien lassen sie hierbei sicherlich außer Acht. Scheine die auf der Homepage abgegeben werden, finden über eine Vermittlung an die Landeslotteriegesellschaften. So hat alles seine Ordnung. Thomas Schäfer als hessischer Finanzminister hat den geplanten Schritt von Tipp24 und Lotto24 bewertet: „Je ernstgemeinte Rückkehr in legale Bahnen ist positiv zu bewerten. Wenn es also tatsächlich die Absicht gibt, zukünftig als lizenzierter gewerblicher Spielevermittler tätig zu werden, hilft das dem Gemeinwohl und dem Steuerzahler, der bislang die Zeche für ausbleibende Steuern und Abgaben zu zahlen hatte.“

Lottozahlen mal anders: Die Zahlen hinsichtlich der Einnahmen des deutschen Lottos schrumpfen seit vielen Jahren. Die Zweitlotterien werden hier als großer „Übeltäter“ gesehen.

Aktientausch und Ausblick auf den Glücksspielstaatsvertrag

Um das Geschäft abzuschließen, bietet Zeal für 1,6 Aktien von Lotto24 ein eigenes Wertpapier an. Das deutsche Unternehmen, mit Firmensitz in Hamburg, hat eine Prüfung des Angebots angekündigt. Doch der Abschluss des Deals scheint ohnehin nur noch Formsache zu sein. Denn einige Aktionäre haben sich bereits dafür ausgesprochen, so dass Zeal angeblich schon für 65 Prozent der Aktien eine Zusage hat. Sollte der überarbeitete Glücksspielstaatsvertrag eine Regelung enthalten, die das staatliche Lotto-Monopol schützt, so geht Zeal den eindeutig richtigen Weg. Entscheiden die Ministerpräsidenten sich jedoch anders und die Zweitlotterien werden zugelassen und besteuert, so wäre das Monopol auf Lotto gekippt. Doch dann hätten die Sekundärlotterien weiterhin eine Zukunft.

Tipp24 schluckt Lotto24: Aus für die Zweitlotterie 1200 1000 2018-11-21 09:35:07 Online-Casino.de

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