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Übernahme: Verramscht William Hill die UK-Wettbüros

Ralf Schneider, 25. Juni 2021, Wirtschaft

Bildquelle: William Hill

William Hill ist in der Sportwetten-Branche ein großer Name. Schon seit 1934 ist das in London ansässige Unternehmen im Wettgeschäft tätig. Unlängst ist der Anbieter nicht nur noch im Bereich der Wetten tätig. Auch Casino-Games, Poker und iGaming generell gehören zum Portfolio. Mit der Öffnung des US-Marktes versuchte sich William Hill in den Vereinigten Staaten zu etablieren. Dieses Engagement und die vorhandene Technik brachte ein Übernahmeangebot ein. Am 30. September 2020 kam es schlussendlich zur Bekanntgabe: Caesars Entertainment übernimmt William Hill für einen Betrag von 2,9 Milliarden Pfund (3,38 Milliarden Euro). Doch der Fokus von Caesar liegt eindeutig in den USA.

Dass wirft jedoch Probleme auf. Wenngleich das Online-Geschäft weltweit vermutlich problemlos von den Vereinigten Staaten von Amerika aus zu führen ist, so sieht es beim lokalen Business ganz anders aus. Und damit schlagen wir die Brücke zu den Wettshops von William Hill in UK. Denn in Großbritannien hat die Marke sich über die Jahre fast 1.400 Wettbüros aufgebaut. Da Caesar Entertainment daran kein besonderes Interesse zeigt, scheinen sich die Übernahmewilligen in Position zu bringen. Zuletzt hat sich mit Boyle Sports ein eher unbekannteres Unternehmen selbst ins Spiel gebracht. Doch gibt es prominentere Interessenten.

Boyle Sports zeigt Interesse an einer Übernahme von William Hill UK

Boyle Sports? Ja, der Wettanbieter ist hier in Deutschland mehr oder minder vollkommen unbekannt. Nicht mal die Homepage ist in deutscher Sprache gehalten. Doch wird schnell deutlich, dass es sich um einen Anbieter mit klassisch „englischem“ Wettprogramm handelt. Daher sind es nicht nur die typischen Sportarten, sondern auch Wetten auf Hunde- und Pferderennen, die im Programm zu finden sind. Aktuell lässt sich natürlich ebenso auf die EM 2021 setzen. Der Buchmacher ist nach John Boyle, dem Gründer, benannt. Er zog sein Unternehmen 1982 hoch. Die Firma ist inzwischen, ähnlich wie William Hill, ebenso in den Sparten iGaming, Casino, Bingo und Lotto tätig. Als Sponsor tritt Boyle Sports beim Hunde- und Pferderennen, Fußball und Darts tätig. Geworben wir beispielsweise beim Fußballclub Birmingham City.

Boyle Sports hat sich also durchaus ein imposantes Geschäft aufgebaut. Das Unternehmen stammt aus Irland, breitet sich aktuell aber durchaus geplant nach England aus. Schon bis 2006 hatte Boyle über 100 Wettshops eröffnet. Und schon im Jahr 2011 wurden einige William Hill Shops übernommen. Das 250. Wettbüro stand im Jahr 2018 – ein weiterer Meilenstein. Seit 2019 ist Boyle Sports im UK-Markt tätig. Und 2020 schlug der Betreiber nochmal bei 33 Shops von William Hill in Nordirland zu. Erfahrung im Betrieb von Wettannahmestellen liegt vor. Und in der jüngeren Vergangenheit kam es bereits mehrfach zur Übernahme von William Hill Geschäftsstellen. Doch die 1.400 Wettbüros in England, die von Caesar Entertainment verkauft werden, sind natürlich nochmals eine ganz andere Hausnummer. Boyle Sports ließ gegenüber der Sunday Independent wissen: „Der Verkauf der William Hill Shops bietet uns eine seltene Gelegenheit, die angestrebte Einzelhandelsgröße zu erreichen.“

Was soll William Hill UK kosten? Analysten von Caesar Entertainment haben errechnet, dass das UK-Geschäft einen Wert von 1,5 Milliarden britische Pfund haben könnte. Kann Boyle Sports sich die Wettshops leisten?

Weitere Interessenten an William Hill UK: 888 Holdings und BetFred

Ist 888 ein Interessent? / Bildquelle: 888

Diese Namen sind zumindest Branchenkennern auch in Deutschland ein Begriff. Die 888 Holdings vertreibt hier selber Sportwetten, Casino-Games und Poker-Tische. Doch im Vergleich zu Boyle Sports ist 888 wesentlich zahlungskräftiger. Das Unternehmen ist seit 1997 auf dem Markt aktiv, gibt 1.400 Personen eine Arbeit und erzielte im Jahr 2019 einen Umsatz von 560,30 Millionen US-Dollar. 888 ist im Vereinigten Königreich eine große Marke. 2006 war ein Zusammenschluss mit Ladbrokes geplant. Doch fürchteten die Unternehmen vor gerichtlichen Schritten durch die US-Regierung. Jetzt soll 888 ebenfalls Interesse an den Wettbüros von William Hill zeigen. Die Gründung der 888 Holdings fand übrigens in Israel statt. Ebenso wie William Hill ist das Unternehmen jedoch an der London Stock Exchange gelistet. 2015 bereitete 888 ein Angebot die bwin.party Digital Entertainment für 900 Millionen Pfund vor. Doch hier bekam die GVC Holdings (jetzt Entain) den Zuschlag.

Zuletzt hat es die 888 Holdings meist nicht geschafft sich zu vergrößern. Doch die Wettbüros von William Hill sind diesbezüglich eine Chance. Betfred ist ein weiterer in Großbritannien tätiger Buchmacher. 1967 wurde das Unternehmen von Fred Done gegründet. Der Gründer konnte sich seinen ersten Wettshop leisten, weil er selber eine Wette auf den Gewinn von England bei der WM 1966 gesetzt hatte. Schon im Juli 2017 betrieb BetFred 1.650 Wettshops im Vereinigten Königreich. Die Übernahme von 322 Shops beim Zusammenschluss von Ladbrokes Coral hat dazu beigetragen. Tatsächlich betreibt der Wettanbieter mit BetFred TV sogar einen eigenen Sender. Auch dieser Wettanbieter zeigt Interesse an den Wettbüros von William Hill in Großbritannien.

Wer erhält den Zuschlag? Noch ist nicht heraus, wer die Shops von William Hill übernimmt. Nur der Verkauf von Caesar Entertainment scheint beschlossen. Eventuell kommt es auch zu einer Aufteilung auf zwei oder mehrere Bieter. Dann bekäme jeder ein Stück vom Kuchen. Gleichzeitig wären die Kosten für den Einzelnen geringer.

Übernahme: Verramscht William Hill die UK-Wettbüros 1200 1000 2021-06-25 09:11:39 Online-Casino.de

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