Aktuelle Casino Nachrichten für Deutschland
Recht & Gesetze, Sport & Spiel, Steuern, Technik, Unterhaltung und Wirtschaft

Übernahme von William Hill: Caesars in der Pole Position

Sabina Kugler, 30. September 2020, Wirtschaft

Bildquelle: William Hill

Caesars Entertainment plant die Übernahme von William Hill. Das im Aktienindex S&P gelistete, amerikanische Unternehmen betreibt Hotels, Casinos, Golfclubs und ist großflächig im Betrieb von Glücksspielen aktiv. William Hill wiederum ist eigentlich gerade dabei, sich in Amerika zu etablieren. Offenkundig haben die Unternehmen bei der Zusammenarbeit in einem Maße harmoniert, dass die Briten jetzt sogar übernommen werden sollen. Dabei steht ein Angebot in Höhe von 2,9 Milliarden britischer Pfund im Raum. Umgerechnet handelt es sich um 3,17 Milliarden Euro. Zunächst sah es so aus, als würde sich eine Bieter-Schlacht entwickeln. Denn auch Apollo Global, ein Investmentkonzern, hatte Interesse angemeldet. Doch allem Anschein nach sind die Weichen bereits in Richtung Caesars Entertainment gestellt.

Dass eine mögliche Übernahme bevorsteht, hat William Hill als Aktienunternehmen unlängst auf seiner eigenen Homepage unter dem Titel „Response to speculation regarding William Hill plc“ bestätigt. Zwei Unternehmen haben sich offenkundig in Stellung gebracht. Doch Caesars Entertainment möchte den Deal scheinbar schon finalisieren, bevor Apollo aus den Startlöchern kommt. Das Angebot in Höhe von 272 Pence (2,97 Euro) pro Aktie steht. Und der Vorstand von William Hill soll bereits seine Zustimmung signalisiert haben. Tatsächlich soll es jedoch einen konkreten Grund geben, warum Apollo Global keine echte Chance hat.

Darum steht eine Einigung mit Caesar Entertainment kurz bevor

Zunächst einmal wollen wir in Kürze darauf eingehen, warum William Hill gleich mehrere Interessenten an einer Übernahme hat. Der britische Glücksspielkonzern mit Schwerpunkt auf Sportwetten hat sich in den letzten Jahren in Amerika etabliert. Das Ziel: Nach der Öffnung des Marktes in den USA für Wetten, dort die Marke Nummer eins zu werden. Um die Bekanntheit zu steigern und möglichst viele Leute zu erreichen, wurde ein Joint Venture mit Caesar Entertainment eingegangen. Also hat zumindest ein unternehmerischer Zusammenschluss der Firmen, zum Zwecke der gemeinsamen Durchführung von Projekten, bereits stattgefunden. Offenkundig scheint sich diese Partnerschaft ausgezahlt zu haben. Zumindest ist Caesars Entertainment von William Hill in einem Maße überzeugt, dass ein Angebot in Höhe von 3,17 Milliarden Euro bevorsteht. Dass allein erklärt jedoch nicht die vermeintlich schnelle Einigung und das Ausscheiden von Apollo Global bei einer möglichen Übernahme von William Hill.

Caesar Entertainment hält hier alle Trümpfe in der Hand. Denn der Konzern soll das Recht haben, das Joint Venture mit William Hill auf dem amerikanischen Markt zu beenden. Und damit wäre die schöne Ausgangslage auf dem Sportwetten-Markt in den USA wohl Geschichte. Diese Klausel greift dann, wenn der Wettanbieter seine Unabhängigkeit – beispielsweise durch eine Übernahme – verliert. Allerdings soll dieser Ausschluss auf eine Gruppe von Firmen beschränkt sein. Doch beabsichtigt Caesars Entertainment offenkundig Apollo dieser Liste hinzuzufügen. Wenn sie dazu tatsächlich das Recht haben, wäre die schnelle Einigung des William-Hill-Vorstandes pro Caesars Entertainment nachzuvollziehen. Dennoch steht längst nicht fest, dass die Offerte von 272 Pence akzeptiert wird. Denn natürlich steht es William Hill offen, mit Caesars zu verhandeln.

Wo liegt das Verhandlungsziel? Einige Analysten spekulieren auf ein Kurs-Ziel von 460 Pence. Aktuell scheint diese hohe Bewertung eher aus der Luft gegriffen. Gerade weil der Konzern im Juni des Jahres noch nur mit 128 Pence bewertet war, scheint das Angebot im Wert von 272 Pence je Wertpapier auf den ersten Blick gar nicht so schlecht.

Übernahme von William Hill: Kursschwankungen entdeckt

Steigt die William Hill Aktie weiter? (Bildquelle)

Unseren Aktienrückblick beginnen wir am 21. Februar 2020, wo das Wertpapier von William Hill noch einen Kurswert in Höhe von 2,27 Euro aufwies. Dann kam Corona und die Aktie sackte auf einen Tiefststand von 0,33 Euro (19. März 2020) ab. Doch die Pandemie flaute ab. Staatshilfen und eine bessere Prognose bezüglich der Gesundheitskrise ließen das Wertpapier wieder ansteigen. Schon am 9. April notierte die Aktie daher 1,20 Euro – war damit aber noch weit vom Ausgangswert entfernt. Stück für Stück erholte sich das Wertpapier. Doch wo es bis zum 4. Juni 2020 auf 1,71 Euro angestiegen war, fiel es in der Folge erst nochmal ab. Am 31. Juli 2020 pendelte sich die Aktie auf eine Höhe von 1,15 Euro ein. Doch danach sollte es relativ steil bergauf gehen.

Schon am 21. August 2020 war der Stand aus dem Juni überflügelt. Denn jede Aktie von William Hill war zu diesem Zeitpunkt 1,75 Euro wert. Bezogen auf dem 15. September 2020 überflügelte das Wertpapier sogar seinen Vor-Corona-Wert. Der Chart zeigte 2,37 Euro an. So langsam machten sich auch die Gerüchte einer Übernahme bemerkbar. Doch im Vorfeld des vergangenen Wochenendes, am Freitag, den 25. September 2020, dachten die Anleger noch, dass zwei Bieter sich um William Hill einen Schlagabtausch liefern würden. Dieses Gedankenspiel trieb die Aktie auf seinen vorläufigen Höchststand von 3,37 Euro an. Doch mit der neuen Woche reifte die Erkenntnis, dass Apollo Global wohl keine große Chance hat, ernsthaft mitzubieten. Daher fiel der Kurs zum 30. September 2020 (9.45 Uhr) wieder auf einen Wert von 2,95 Euro ab.

Lohnt sich ein Aktienkauf von William Hill? Je nachdem, bei welcher Höhe sich die Unternehmen bezüglich einer Übernahme einigen, kann der Aktienwert eventuell noch steigen.

Übernahme von William Hill: Caesars in der Pole Position 1200 1000 2020-09-30 10:10:40 Online-Casino.de

Weitere Casino News