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YouTuber MontanaBlack wirbt offensiv für Online-Casino

Sabina Kugler, 2. November 2018, Unterhaltung

YouTube und Twitch bei Jüngeren sehr beliebt (Bildquelle)

MontanaBlack ist auf YouTube und Twitch in Deutschland ein Star. Mehr als 1,2 Millionen Follower schauen ihm regelmäßig beim Spielen zu. Darunter befinden sich sogar 19.000 Abonnenten, die jeden Monat 4,99 US-Dollar zahlen, um mit speziellen Emojis den Live-Chat zu nutzen. Innerhalb von Deutschland ist dies ein Rekord. Allein über Twitch verdient Marcel Eris, wie MontanaBlack mit bürgerlichem Namen heißt, 66.000 US-Dollar im Monat. Nicht eingerechnet ist hierbei der Anteil, der durch Werbung in seinen Streams und mit Influencer-Marketing verdient wird.

Und eben bezüglich dieses Influencer Marketings gibt es beim YouTuber derzeit Vorwürfe. Denn er soll mit seinen Streams Leute zum Spielen animieren. Seit einiger Zeit besucht Eris in seiner Freizeit ein Online-Casino. Auf seinem YouTube- und Twitch-Account erzählt er von seinen Gewinnen. Einige Zuschauer meinen jedoch, dass sein Konto frisiert ist und das die virtuelle Spielbank ihn absichtlich gewinnen lässt, damit die Fangemeinde sich ebenfalls für das Glücksspiel zu interessieren beginnt.

Wie MontanaBlack von Fortnite zum Online-Glücksspiel kommt

„Fortnite“ ist bei Kindern gerade der absolute Hit. Immerhin handelt es sich um ein Ballerspiel, welches für den Nachwuchs konzipiert wurde. Blut fließt hier keines. Andere Leute abschießen muss man trotzdem. Allerdings sterben diese im Spiel nicht. Sie werden einfach aus der Spielwelt teleportiert. Das gesamte Konzept ist humoristisch aufgezogen. So können die Charaktere im Spiel Gesten ausführen oder sogar Tanzen. Und mit diesem Spiel hat Marcel Eris den Durchbruch geschafft. Da dieser Titel hauptsächlich bei Kindern sehr beliebt ist, setzt sich seine Fangemeinde zum großen Teil aus einem jungen Publikum zusammen. Hier hat das Online-Casino Lapalingo eine Chance erkannt. Nach der erfolgten Kontaktaufnahme streamt der YouTuber jetzt abends regelmäßig seine Erfolge bei Casino-Spielen.

Diese Art von Werbung ist prinzipiell erst einmal nicht verboten. Bleiben wir bei MontanaBlack, so ist bekannt, dass er Sponsoring-Verträge mit Marken wie Corsair, Elgato oder Astro unterzeichnet hat. Auf diesem Wege wird das Hobby, welches in diesem Fall unlängst zum Beruf gemacht wurde, finanziert. Doch diese Einkünfte haben anscheinend nicht ausgereicht oder waren nicht genug. Daher hat er sein Glück im Online-Casino versucht. Und Online protzt er mit seinen Gewinnen. So verkündet er im Stream, dass seine Gewinne im vergangenen Monat bei über 80.000 Euro liegen. Diese Botschaft hat er über die Sozialen Medien an seine doch recht junge Fangemeinde rausgehauen. Während einige Zuschauer ihm vorwerfen, dass seine Gewinne vom Anbieter manipuliert worden sind, damit es einfacher aussieht zu gewinnen, bestreitet MontanaBlack eine Manipulation.

Hohe Gewinne dank Casino-Bonus: Der „Influencer“ hat in einem seiner Videos bestätigt, dass er seinen Bonus nur drei Mal umsetzen muss. So ist es natürlich leichter Gewinne zu machen. Neukunden müssen für gewöhnlich einen 35-fachen Umsatz erfüllen.

Glücksspiel-Werbung: Ein moralisches und rechtliches Problem?

Mit Spielen Geld verdienen ist heute normal (Bildquelle)

Laut deutschen Gesetzen sind Online-Casinos hier verboten. Die EU-Dienstleistungsfreiheit gibt den Anbietern einen gewissen Schutz. Zumindest wurde bislang weder ein Spieler, noch ein Casino, von einem Gericht in Deutschland verurteilt. Im §5 Glücksspielstaatsvertrag ist folgender Passus enthalten: „Werbung für unerlaubte Glücksspiele ist verboten.“ Für Marcel Eris könnte dies Konsequenzen haben. Denn mit seinen eigenen Videoaufnahmen liefert er gewissermaßen Beweise, wie es sie in dieser Form zuvor vermutlich noch nicht gegeben hat. Die Bezirksregierung hat auf Rückfrage eine Auskunft verweigert. Die Medienanstalt in Hamburg hat jedoch verkündet, dass der Fall bekannt ist und ein Vorgehen dagegen schon bald erfolgen könnte.

In den Geschäftsbedingungen von Twitch ist immerhin zu lesen, dass die Nutzer dazu angehalten sind, sämtliche lokalen und nationalen Gesetze einzuhalten. Nach einem Vorwurf, dass es sich bei der Casino-Werbung beim Streaming um verbotene Schleichwerbung handle, hat MontanaBlack eine Kennzeichnung eingebaut. Umgekehrt hat er sich jedoch in Widersprüche verwickelt. Mal spricht er offen von einem Deal mit Lapalingo, dann heißt es wieder, dass das Online-Casino den Vertrag doch noch abgesagt habe. In jedem Fall ist sein Konto bislang nicht gesperrt worden. Also darf er weiterhin Fortnite und Casino-Spiele streamen.

Ist Glücksspiel-Werbung verboten? Nein, generell ist dies so nicht richtig. Es gibt Werberichtlinien, die einzuhalten sind. Und bevor ein Spot im TV läuft, muss er zudem der Glücksspielbehörde zur Kontrolle vorgelegt werden. Die Streitfrage, warum laut Deutschem Gesetz verbotene Online-Casinos hierzulande werben dürfen, wird vermutlich mit der geplanten Neuauflage des Glücksspielstaatsvertrages obsolete sein.

MontanaBlack lehnt jede Verantwortung als Vorbild ab

Millionen Zuschauer sehen ihm beim Spielen zu. Aber MontanaBlack möchte kein Vorbild sein. Nicht nur seine Aktivitäten im Online-Casino geben ihm hier Recht. Sogar Vorwürfe bezüglich Sexismus bestehen gegen ihn. „Ich bin nicht dafür verantwortlich, ob jemand seinen Monatslohn oder whatever verzockt“, spricht Marcel Eris deutliche Worte. Außerdem hat er sich selber bereits als glücksspielsüchtig bezeichnet. Auf die Rückfrage nach der Vorbildfunktion gegenüber seinen jüngsten Zuschauern, gibt er die Verantwortung an die Eltern weiter. Doch können Menschen sich aussuchen, ob sie Vorbilder sind oder werden sie es durch ihre Tätigkeit von ganz alleine? Sich selber nicht als Vorbild zu sehen und sich damit einen Freibrief für seine Aussagen vor einem Millionenpublikum auszustellen ist zumindest die einfachste Lösung. ÜberMedien hat den Fall ebenfalls schön zusammengefasst.

YouTuber MontanaBlack wirbt offensiv für Online-Casino 1200 1000 2018-11-02 08:40:43 Online-Casino.de

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