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Zocker verschaffen sich mit Drohnen einen Vorteil bei Pferdewetten

Sabina Kugler, 21. Oktober 2021, Technik

Drohne spioniert Pferderennen zum Wettvorteil aus / Bild: Shutterstock.com

Besonders in Großbritannien haben Pferderennen eine große Tradition. Doch auch in anderen Ländern dieser Welt jagen die Jockeys auf ihren Pferden über die Rennstrecke. Dabei geht es für die Sportler nicht nur um Renommee, sondern ebenso für die Zocker um bares Geld. Viele Rennen werden auf Wetthomepages gestreamt oder sogar im Fernsehen übertragen. Allerdings hängen solche Übertragungen der Wirklichkeit meist ein wenig hinterher. Diesbezüglich kamen findige Tipper auf einen einfachen und doch irgendwie genialen Gedanken. Drohnen könnten dabei helfen, den Wetterfolg zu steigern. Wie genau dieses Konzept funktioniert, möchten wir erläutern.

Zunächst einmal möchten wir auf die generelle Problematik eingehen. Viele Zuschauer in Deutschland kennen es vielleicht von Fußballspielen. Wenn du im Fernsehen ein Match verfolgst, dann zeigt der Live-Ticker im Internet häufig den neuen Spielstand an, Sekunden bevor er auf dem TV zu sehen ist. Kurz und knapp: Die Übertragung auf dem Fernseher hängt wenige Sekunden zurück. Gleiches gilt in der Regel für Streams, die bei Pferdewettanbietern zu sehen sind. Daraus haben Drohnen-Piloten für sich einen Vorteil erkannt. Denn auch die Buchmacher passen ihre Wettquoten mit dieser Verzögerung an. Und hier machen wenige Sekunden nicht selten einen Unterschied aus.

Drohnen-Piloten nutzen die Technik zu ihrem Wettvorteil aus

Wer auf der Rennstrecke selber einen Wettschein löst, der tippt vor dem Start des Rennens auf sein Pferd. Dabei gibt es Tipps auf Sieg oder auf Platz. Obendrein profitiert der Spieler von der speziellen Atmosphäre an der Strecke. Doch online lässt sich auf eben diese Rennen ebenfalls eine Wette abschließen. Da heutzutage jeder sein Smartphone dabeihat, ist ein Dilemma sehr schnell aufgefallen. Die Fernsehübertragung und auch die Buchmacher hängen dem wirklichen Geschehen in der Regel um bis zu drei Sekunden hinterher. Daraufhin kamen Personen von außerhalb der Rennbahn auf den Gedanken. Fliegen wir doch mit einer Drohne über die Pferderennbahn und streamen das Ereignis selber live. Der Vorteil ist offenkundig: Denn wer diesen Stream sieht, der hat gegenüber anderen Spielern und Buchmachern einen Sekunden-Vorsprung. Zwar sind private Streams auch leicht verzögert – doch hier geht es um den Bruchteil einer einzigen Sekunde.

Auch bei Pferderennen gibt es Favoriten. Doch im Falle der Drohnen-Spionage setzen die Tipper auf plötzliche Veränderungen im Rennverlauf. Lässt das führende Pferd plötzlich nach, so ist der vorher Zweitplatzierte plötzlich im Rennen um den Sieg. Die Buchmacher brauchen vielleicht drei Sekunden um zu reagieren. Der Drohnen-Pilot oder seine Zuschauer schaffen es jedoch in einer Sekunde – und damit sogar schneller als der Buchmacher. Somit hatte das Pferd auf dem zweiten Platz noch die hohe Siegquote verzeichnet. Daraus scheint sich besonders in Großbritannien aktuell ein ganz eigenes Geschäftsmodell zu entwickeln. Allerdings ist nicht anzunehmen, dass dieses Geschäft lange Bestand haben wird. Entweder reagieren die Rennveranstalter und passen ihr Hausrecht, sofern rechtlich möglich, an oder die Staaten werden ihre Gesetze hier nachbessern.

Drohnen-Wetten auch im Fußball möglich? Diese Frage brennt europäischen Wettkunden sicherlich unter den Nägeln. Auch beim Fußball gibt es die Übertragungsverzögerung. Allerdings ist ein Stadion selten so frei zu überfliegen, wie dies bei einer Pferderennbahn möglich ist.

Sind Drohnen-Wetten ein erfolgreiches Geschäft?

Spionage via Drohne. / Bild: Shutterstock.com

Auf Wired.com ist von Michael McCool die Rede. Es handelt sich um einen ehemaligen Windhund-Trainer, der aktuell mit den Drohnen-Wetten ordentlich absahnt. Einerseits streamt er die Rennen live. Andererseits setzt er selber jede Woche knapp 30.000 GBP (35.572 Euro) auf Pferdewetten. Täglich, so McCool gegenüber den Medien, verdiene er mit diesem Konzept immerhin 200 GBP (237,16 Euro). Auf den Monat hochgerechnet sind dies, bei nur 21 Arbeitstagen, immerhin 4.980,36 Euro. Übrigens ist McCool nicht erst kürzlich im Business. Er nutzt die Drohnen-Flüge schon seit 2019. Und diesbezüglich ist er den Betreibern der Rennstrecken natürlich bekannt. Allerdings haben diese aktuell keine rechtliche Handhabe gegen den ehemaligen Windhund-Trainer und heutigen Drohnen-Piloten.

Nicht nur in der Bundesrepublik Deutschland, sondern ebenfalls in anderen Staaten der Europäischen Union, gibt es für den Drohnenflug klare, gesetzlich Vorgaben. Dafür wurde pünktlich zu 2021 die EU-Drohnenverordnung eingerichtet. Dort steht unter anderem geschrieben, dass ein entsprechender Führerschein notwendig ist. Außerdem braucht es eine Haftpflichtversicherung für die Drohnen. Freilich können die einzelnen Staaten noch gesonderte Regeln erlassen. In Deutschland ist dies der Fall. Hierzulande dürfen Flugplätze, Naturschutzgebiete, Krankenhäuser, Unglücksorte, Gefängnisse und weitere Einrichtungen nicht überflogen werden. Weder in der EU-Gesetzgebung, noch in den nationalen Auflagen Deutschland ist jedoch von einem Flugverbot über Pferderennanlagen die Rede. Auch die britische Glücksspielaufsicht hat klargestellt, dass sie sich nicht einmischen wird. Rennbetreiber hatten mehrfach die Polizei gerufen. Einmal sei die Drohne von McCool einkassiert worden. Doch aus Mangel an Beweisen und wegen fehlender Rechtsgrundlage gab es keinen Grund gegen den Drohnen-Piloten vorzugehen.

Wie steht es um die Sicherheit? Ein neuer Versuch den Drohnen-Piloten zu stoppen, ist ein Verweis auf die Gefahr seines Vorgehens. Denn mit der Drohne könnte er Menschen und Pferde schädigen. Wahrscheinlicher ist, dass sich die Wettbetreiber und Streaming-Anbieter benachteiligt fühlen und irgendwann gegen McCool vorgehen.

Zocker verschaffen sich mit Drohnen einen Vorteil bei Pferdewetten 1200 1000 2021-10-21 16:15:12 Online-Casino.de

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