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Zwei Nonnen veruntreuten 500.000 US-Dollar fürs Casino

Martin Hill, 12. Dezember 2018, Unterhaltung

Die Jagd nach dem Glück. (Bildquelle)

Nonnen ist es nicht verboten, im Casino zu spielen. Daher haben die Kolleginnen des Ordens nie ein Problem damit gehabt, dass Schwester Mary Kreuper und Lana Chang zum Spielen nach Las Vegas gereist sind. Beide Schwestern kommen von der Saint-James-Schule, welche katholisch geprägt ist. Sie unterrichten also Schüler in der Stadt Torrance im Bundesstaat Kalifornien. Was sich jedoch weder mit den Schulregeln, noch mit dem eigenen Glauben vereinbaren lässt, ist die Veruntreuung eines beachtlichen Betrages. Denn eine halbe Millionen US-Dollar wurden entwendet, um im Casino spielen zu können.

Allerdings ist letztlich gar nicht klar, wie viel Geld wirklich veruntreut wurde. Denn der Auditor, welcher für die Überprüfung zuständig war, konnte nur die letzten sechs Jahre prüfen. Überweisungen in bar sind dabei jedoch nicht zwingend erfasst. Und was vorher gelaufen ist, lässt sich ebenfalls nicht mehr kontrollieren. Während die Nonnen regelmäßig im Casino spielten, sagten sie den Eltern, dass die Schulkasse praktisch leer sei. Die Süddeutsche hat dieses Thema ebenfalls aufgenommen.

Skandal an katholischer Schule: Zwei Nonnen hinterziehen 500.000 US-Dollar

Die beiden Nonnen haben bereits eine lange Laufbahn hinter sich gebracht. Kreuper hat sich verdient gemacht und ist bis zum Posten der Direktorin aufgestiegen. Chang ist ihre beste Freundin und war an der Schule seit 20 Jahren Lehrerin. Doch in der vergangenen Woche ist bekannt geworden, dass beide noch eine Rolle gespielt haben – die als Betrügerin. Denn über die letzten paar Jahre wurde die Schule um 500.000 US-Dollar betrogen. Was davor gelaufen ist, bleibt weiterhin unbekannt. Ihre Casino-Besuche waren bei der Belegschaft kein Geheimnis. Doch die beiden Nonnen erklärten ihre Ausflüge damit, dass ein reicher Verwandter ihnen das Geld zum Spielen bereitstelle. Damit haben sich die beiden Schwestern über Jahre ihre Spielleidenschaft finanziert. Bis eine Standard-Prüfung Fragen aufgeworfen hat.

Michael Meyers ist Monsignore der Kirche. Er sprach über die Untersuchung der Erzdiözese, welche im Fall auch als Nebenklägerin auftreten wird. Den Anfang nahm die Geschichte mit dem Rücktritt von Kreuper nach 28 Jahren an der Schule. Chang ging zu Beginn des Jahres ebenfalls in den Ruhestand. Daraufhin wurde eine übliche Untersuchung veranlasst. Diese warf jedoch Fragen auf. Ungefähr zeitgleich verlangte eine Familie die Kopie eines Schecks. Dabei stellte sich heraus, dass dieser auf ein gesondertes Konto ausgestellt war. Bei einer Befragung zeigte sich die ehemalige Direktorin sehr nervös. Sie bat das Personal Aufzeichnungen abzuändern. Ein Auditor verständigte die Erzdiözese und die Geschichte nahm ihren Lauf.

Reaktion der Eltern: Nach Bekanntwerden der Veruntreuung sind viele Eltern sprachlos. Einige machten ihrer Enttäuschung Luft, andere waren schlicht wütend. Wenige baten um Vergebung für die Nonnen.

So ergaunerten sich die Nonnen über Jahre ihr Geld für das Casino

Dürfen Nonnen spielen? (Bildquelle)

Die unsachgemäße Verwendung von Geldern ist aufgedeckt. Doch wie konnten die Schwestern ihren Betrug über Jahre und gegebenenfalls Jahrzehnte verbergen? Dies war möglich, weil die Nonnen ein bis dato vergessenes Bankkonto entdeckten. Normalerweise überstellen die Eltern die Gelder auf ein Konto, welches auf die St. James School geführt ist. Doch gab es eine weitere Kontoverbindung aus dem Jahr 1997, welche auf St. James Convent lautete. Diese Verbindung war gewissermaßen vergessen wurden. Die Nonnen entdeckten das Bankkonto und verwendeten es privat. So auch für Reisen und das Casino-Spiel. So flossen ein Teil der Schulgebühren und Spenden auf das falsche Konto.

Bei einer routinemäßigen Buchprüfung fielen die ersten Unstimmigkeiten auf, welche sich immer mehr erhärteten. Letztlich wurde die Polizei eingeschaltet. Die beiden Nonnen zeigten sich reuig. Für Aufregung hat außerdem ein Brief des Schulpfarrers an die Eltern gesorgt. Dort wurde ausgeführt, dass die Unterschlagung die Qualität der Bildung an seiner Schule nicht negativ beeinträchtigt habe. Einige Eltern sehen dies anders. Sie sagten gegenüber dem Fernsehsender Fox aus, dass diverse Projekte nicht zur Verwirklichung kamen, weil angeblich Gelder dafür gefehlt haben. Der Orden hat bereits angekündigt, das Geld der Schule zurückerstatten zu wollen. Dies nutzt den Schülern der vergangenen Jahre freilich wenig.

Keine Anzeige: Der Orden hat sich dagegen entschieden, die beiden reuigen Sünderinnen anzuzeigen.

Glücksspiel und Religion: Über Verbote und Beispiele

Dürfen Nonnen spielen? Allein die Tatsache, dass die Kolleginnen der beiden Nonnen von der Saint-James-Schule Bescheid wussten, spricht dafür. Und tatsächlich gibt es im katholischen Glauben kein striktes Verbot. Im Gegenteil: Es gibt sogar eine katholische Weihnachtslotterie des Papstes. Dort kann ein Los für 10 Euro erworben werden. Sogar online ist dies inzwischen möglich. Dort gibt es Sachpreise zu gewinnen. Selbst wenn hier kein kommerzieller Zweck besteht, so ist es doch eine Form des Glücksspiels, welche nicht nur geduldet, sondern sogar vom Oberhaupt der katholischen Kirche durchgeführt wird. Die Erlöse kommen jedoch den Bedürftigen zugute. Näher haben wir dies bereits mit folgender Frage ausgeführt: Sind Glücksspiel und Religion miteinander vereinbar?

Das Spielen im Casino hätte den Nonnen daher nur schwer untersagt werden können. Allerdings ist es nur logisch, dass lediglich das eigens verdiente Geld hätte für die Spielleidenschaft verwendet werden dürfen. „Du sollst nicht stehlen“, heißt es schließlich im 7. Gebot. Die zwei Sünderinnen haben es damit jedoch nicht so genau genommen.

Zwei Nonnen veruntreuten 500.000 US-Dollar fürs Casino 1200 1000 2018-12-12 09:26:20 Online-Casino.de

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