Bitcoin Crash: Ist die Krypto-Währung unsicherer als ein Casino-Spiel?

martin-hill-autorMartin Hill
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Bitcoin: Ist der Crash nachhaltig? (Bildquelle)

Seit Jahren schien der Bitcoin für Anleger nur eine Richtung zu kennen – nach oben. Doch was kürzlich passiert ist, kann nur als Crash bezeichnet werden. Denn die Krypto-Währung stürzte gewaltig ab. Sie stürzte im größeren Maße als die Aktienmärkte und die Wirtschaft ab. Diese Entwicklung öffnet allerhand Türen für Spekulationen. Ist es jetzt ein guter Zeitpunkt, um endlich wieder in den Bitcoin zu investieren? Oder sollte doch lieber erst einmal abgewartet werden? Vielleicht geht es mit dem Boom der virtuellen Währungen auch schon zu Ende. Die Meinungen gehen auseinander.

Doch warum interessiert uns der Bitcoin überhaupt? Inzwischen lassen sich Sportwetten und Online-Casinos hier und da schon mit Bitcoins oder mit anderen Krypto-Währungen bezahlen. Daher haben wir auf diesen Part des Glücksspielerlebnisses ebenfalls unseren Blick. Ohnehin ist der Bitcoin weltweit derzeit ein Thema. Bevor wir uns mit der Ausgangsfrage befassen, wollen wir uns im nachfolgenden Abschnitt den großen Kursschwankungen des Coins widmen. Wir greifen dabei auf einen durchaus größeren Zeitraum zurück. Aus gegebenen Anlass legen wir den Fokus jedoch auf das letzte Jahr. Schlussendlich ist es für uns wichtig, was zum Crash geführt hat und ob sich ein neuer Trend nach oben anbahnen könnte.

Entwicklung des Bitcoin Kurses von 2011 bis 2022

Elf Jahre existiert der Bitcoin, so wie wir ihn alle kennen, schon. Er unterliegt als virtuelle Währung aktuell keiner übergeordneten Aufsicht. Genau deshalb ist der Coin für viele Anleger von Interesse. Dabei ging es ganz bescheiden los. Denn im Jahr 2011 schlingerte der Kurs anfangs irgendwo um 0,065 US-Dollar herum. Die 1-Dollar-Marke überstieg die virtuelle Währung noch im gleichen Jahr. Tatsächlich ging es sogar mal kurz bis in die Zweistelligkeit hinauf. Dort gewöhnte sich die Münze jedoch erst 2012 richtig ein, sprang dann aber schnell im Jahr 2013 auf über 100 US-Dollar. Schon dieses kurze Zeitfenster zeigt, welches Potential der Bitcoin eingangs gehabt hat. Von 2014 bis 2017 kam der Bitcoin nicht auf 1.000 US-Dollar. Diese imaginäre Grenze wollte nicht gepackt werden. Dann gab es den ersten Höhenflug. Am 11. Dezember 2018 notierte die Krypto-Währung plötzlich einen Kurs in Höhe von 17.512 US-Dollar.

Wer hoch steigt, der kann tief fallen. Ein Jahr später war der Coin nur noch 3.350 US-Dollar wert. Doch sind Rücksetzer, wenngleich sie bei Krypto-Währungen mitunter deutlicher ausfallen, aus dem Aktienhandel bekannt. Bis Ende 2020 näherte sich der Kurs dem ehemaligen Höchstwert an, nur um diesen dann mit Karacho zu überwinden. Der Aufwärtstrend war unübersehbar. Zum 4. Januar 2021 ging es auf 37.353 US-Dollar hinauf. Und am 12. April 2021 waren es bereits 61.045 US-Dollar. Es folgte ein heftiger Rücksetzer, wo der Coin fast seinen Wert halbierte. Danach ging es jedoch zum bisherigen Rekordstand von 69.045 US-Dollar hinauf. Es folge das, was wir heute als Bitcoin-Crash bezeichnen. Aktuell (22. Juni 2022) steht der Chart bei 20.380,30 US-Dollar.

questionCrash oder nur ein weiterer Rücksetzer? Diese Frage stellen sich Experten und Hobby-Anleger gleichermaßen. Zumindest ist es ein herber Einschnitt, wenn der Bitcoin plötzlich mal über zwei Drittel seines Höchstwertes einbüßt.

Was spricht für und gegen ein Wiedererstarken der Krypto-Währung?

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PayPal springt auf den Bitcoin-Zug auf / Shuttstock.com

Das der Bitcoin erstmals seit langer Zeit die 20.000 US-Dollar-Marke nach unten durchbrochen hat, sehen einige Experten als Anzeichen, dass der Krypto-Markt kollabiert. Im Prinzip ist es die erste größere Krise (Corona und Ukraine-Krieg), seit die virtuellen Währungen ihren Höhenflug hingelegt haben. Bislang erweist sich die Krypto-Industrie, eventuell gerade wegen der fehlenden Regulierung, die sonst von Anhängern des Bitcoins eher gefeiert wird, nicht als krisenfest. Einige Profis der Szene wagen sogar eine Analyse. Doch diese ist eher unbestimmt. Dort heißt es, dass der Bitcoin entweder wieder Kurs in Richtung 33.000 US-Dollar einlegt oder aber weiter an Wert, bis hinunter zu 10.000 US-Dollar, verliert. Damit hätte sich der Wert eines Bitcoins dann in kurzer Zeit um das Sechsfache reduziert.

Dann gibt es jedoch noch die andere Seite. Manche Experten sehen die Krypto-Währung noch immer langfristig auf einen Kurs von 500.000 US-Dollar zusteuern. Dies macht die virtuelle Münze, die aktuell bei ca. 20.000 US-Dollar liegt, für Anleger wieder interessant. Immerhin reden wir von einer Steigerung um das 25-fache. Einerseits ist dies jedoch eine Langzeitprognose, die auf ein Zeitfenster von zehn Jahren abzielt. Und was in der Zwischenzeit im Krypto-Universum passiert, lässt sich auf diese Frist überhaupt nicht absehen. Dennoch argumentieren Profis mit „Bullen-Blick“ eher mit der Freiheit der Währung. Ein Bitcoin kann dir nicht genommen werden. Niemand hindert dich daran Bitcoins zu versenden. Die Währung ist frei und im positiven, wie im negativen Sinne ohne Kontrolle. Für Krypto-Währungen spricht in dieser Hinsicht auch, dass immer mehr Online-Broker den Handel mit Coins erlauben.

informationPayPal steigt in Krypto-Transaktionen ein: Dies war ein starkes Zeichen, welches die virtuelle Währung eigentlich festigen sollte. Denn PayPal ist als sicherer Zahlungsdienst in Deutschland und weltweit anerkannt. Über PayPal lassen sich inzwischen auch Coins kaufen. Wegen der Unsicherheit der Währung sollte jedoch bestenfalls Geld investiert werden, was beim Verlust nicht an anderer Stelle fehlt.

Autor: Martin Hill
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